Bild: National Human Genome Research Institute / Flickr / CC BY-SA 2.0

Funktioniert die Schilddrüse gut, fühlen wir uns auch gut…

Die Schilddrüse produziert aus Eiweiß und Jod die lebenswichtigen Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die wesentlich unser körperliches und psychisches Wohlbefinden beeinflussen. Diese beiden Hormone sind nämlich dafür zuständig, dass so gut wie all unsere Organe und Organsysteme wie Herzfrequenz, Verdauung, Körpertemperatur sowie unser Gehirn normal funktionieren.

Doch was passiert, wenn die Schilddrüse auf einmal überaktiv wird?

 

Mögliche Erkrankungen der Schilddrüse

STRUMA

Eine Struma ist eine Vergrößerung der Schilddrüse. Sie wird sichtbar durch eine Art Vorwölbung im vorderen Halsbereich, was umgangssprachlich oft als „Kropf“ bezeichnet wird. Ursache dafür ist meist Jodmangel. Schulmedizinisch therapiert wird die Struma durch Jodgaben von täglich 200 Mikrogramm, was die Schilddrüse meist auf ihre Normalgröße schrumpfen lässt.

Wurde durch die Struma eine Schilddrüsenunterfunktion ausgelöst, wird häufig zusätzlich zur Einnahme von Schilddrüsenhormonen geraten, um die Funktion der Schilddrüse wieder zu normalisieren.

 

HEISSE KNOTEN

Meist durch Jodmangel hervorgerufen, kommt es zu einer Überfunktion unserer Schilddrüse (Hyperthyreose). Dies führt zu einem Hormonüberschuss im Körper, und in der Folge entstehen sogenannte „Heiße Knoten“, die jedoch meist gutartig sind.

Eine überaktive Schilddrüse äußert sich durch Unruhe, Herzklopfen, Nervosität, vermehrtes Schwitzen, innere Anspannung und/oder Gewichtsabnahme trotz Heißhunger. Spätestens dann muss unbedingt der Schilddrüsenwert TSH anhand eines Bluttests untersucht werden, weil bei einer Schilddrüsenüberfunktion z.B. auch das Risiko für Herzrhythmusstörungen/Vorhofflimmern etc. erhöht ist. Außerdem ist es empfehlenswert, zusätzlich noch die Schilddrüse per Ultraschall (Szintigramm) kontrollieren zu lassen.

Liegt ein heißer Knoten vor, darf jedoch auf keinen Fall Jod eingenommen werden, weil dies den Patienten endgültig in die Überfunktion treiben könnte. Ein heißer Knoten hat nämlich das Bestreben, jedes Quäntchen Jod aufzusaugen und daraus Schilddrüsenhormone zu produzieren. Die Schulmedizin bekämpft heiße Knoten  i.d.R. mit schwach radioaktivem Jod, Schilddrüsenhemmern oder entfernt diese operativ.

 

MORBUS BASEDOW

Die Basedowsche Erkrankung ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper aus bisher ungeklärten Gründen Antikörper gegen die Schilddrüse bildet. In der Folge kommt es  zu einer Schilddrüsenüberfunktion, die sichtbar wird durch Kropfbildung, Unterschenkelschwellungen (Myxödem) oder Augensymptome wie Tränenfluss, Lidschwellung, Sehstörungen oder hervortretende Augäpfel.

Bekannt ist bislang nur, dass Rauchen das Erkrankungsrisiko für Morbus Basedow erhöht. Behandelt wird schulmedizinisch meist mit Schilddrüsenhemmern, radioaktivem Jod oder durch Operation.

 

KALTE KNOTEN

Kalte Knoten sind inaktive Gewebeanteile, die weder Jod aufnehmen noch Schilddrüsenhormone produzieren können. Meist sind sie gutartiges Gewebsveränderungen als Folge einer Zyste oder von Hashimoto, nur sehr selten (in maximal 5 Prozent aller kalten Knoten) steckt Krebs dahinter.

Um jedoch das Risiko eines Tumors auszuschließen, muss ein kalter Knoten sorgfältig untersucht werden, was häufig in einer ambulant durchgeführten Punktion des Knotens geschieht.

Da Medikamente oder Radiojodbehandlungen bei kalten Knoten nicht möglich sind, wird schulmedizinisch meist zu einer Operation geraten, bei der ein Teil des Gewebes, manchmal auch die ganze Schilddrüse entfernt wird. In der Folge kommt es dann jedoch zu einem Hormonmangel, und um diesen auszugleichen, muss der Patient täglich das Schilddrüsenhormon Thyroxin einnehmen.

 

HASHIMOTO-THYREOIDITIS

Hashimoto ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, bei der körpereigene Zellen des Immunsystems die Schilddrüse angreifen und im schlimmsten Fall sogar zerstören. Am häufigsten betroffen von dieser Krankheit sind Menschen zwischen dem 30. Und 50. Lebensjahr. Hashimoto tritt bei Frauen wesentlich häufiger auf als bei Männern und geht meist mit den Wechseljahren einher, wodurch die Beschwerden auch häufig  als „Wechseljahresbeschwerden“ fehlgedeutet werden. Hashimoto führt fast immer zu einer Schilddrüsenunterfunktion, die schulmedizinisch in der Regel durch Gabe des Hormons L-Thyroxin therapiert wird.

Häufig tritt Hashimoto zusammen mit anderen Autoimmunkrankheiten auf. Wer z.B. unter Diabetes mellitus Typ 1 (Zuckerkrankheit) oder Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) leidet, sollte bei verdächtigen Symptomen unbedingt seine Schilddrüsenwerte überprüfen lassen.

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